Fuß fassen   Leave a comment

Allmählich fasse ich hier in Berlin wirklich Fuß. Ich lebe ja nun seit fast zwei Jahren hier, und bisher war es nicht einfach, hier alleine zurecht zu kommen. Aber ich habe mich durchgebissen. Ich wollte den Neuanfang, ich brauchte ihn sogar. Nach meinem Zusammenbruch 2010 war ein kompletter Neustart einfach unabdingbar, denn hätte ich so weiter gemacht, wie vor meinem Klinikaufenthalt, hätte ich mir diesen auch getrost sparen können.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich diesen Zusammenbruch BRAUCHTE, um für das Abenteuer „Großstadt“ das nötige Rüstzeug mitnehmen zu können. Meistert man eine richtig üble Krise, schafft man den nächsten Schritt auch.

Zugegebenermaßen war ich vor einigen Monaten am Verzweifeln, da es jobmäßig einfach nicht laufen wollte. Meinen ersten richtigen Job hier in Berlin verlor ich bereits im März letzten Jahres. Es folgte der Bewerbungsmarathon, bei dem aber nicht wirklich viel herum kam. Ein Weg aus dem Schlamassel schien eine rein schulische Ausbildung zur Erzieherin zu sein, doch dieser Weg entpuppte sich als absolute Sackgasse. Also weitersuchen und sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn der Sachbearbeiter auf dem JobCenter bereits mal fragte, ob ich mir das zumindest theoretisch vorstellen könne, in eine andere Stadt zu ziehen. Ja, nee is klar …

Doch dann …

Ich bewarb mich auf eine Stelle als Online-Redakteurin für ein Unternehmen. Diese Stelle habe ich zwar nicht bekommen, aber als Alternative wurde mir eine mehrmonatige Fortbildung zur „Fachfrau für Online-PR und Marketing“ angeboten. Na, DAS passt ja wie Arsch auf Eimer! Internet-Affinität meinerseits sowie ein Hang zum Schreiben bringe ich ohnehin mit, und also nahm ich dieses Angebot dankbar an. Zumal auch die an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit der anschließenden Übernahme besteht. Na Halleluja!!!

Seit letztem Montag nun bin ich in dieser Fortbildung. Die erste Woche war bisher noch nicht viel los, gegenseitiges Vorstellen und ähnliche Dinge, aber ich muss sagen, dass mir die Zusammensetzung meiner Mitstreiter und Mitstreiterinnen sehr zusagt. Ein buntes Potpourri verschiedenster Charaktere mit den unterschiedlichsten Backgrounds, Interessen und Lebensgeschichten, aber irgendwie passen wir zusammen. Wir haben gleich mal festgelegt, dass wir keinerlei Mobbing oder Ausgrenzung wollen (so erging es mir ja bei der Erzieher-Sache … *narf*), sondern uns gegenseitig helfen, aufeinander Rücksicht nehmen und eben als richtiges „Team“ fungieren wollen.

Ich denke, von den ersten Eindrücken her, dass ich den Jackpot mit dieser Fortbildung gewonnen habe. Dass ich erstmal durch eine Menge negativer Dinge musste, um dann doch noch wirklich hier „angekommen“ zu sein, Fuß zu fassen, und die Nische zu finden, die mir – beruflich gesehen – zusagt. Es war nicht einfach, kein Bisschen, aber ich habe es geschafft. Weil ich einfach nicht aufgegeben habe, sondern immer weiter gemacht habe, auch wenn es stellenweise mehr als frustrierend war, dass nur Absagen kamen.

Wenn ich etwas nämlich absolut nicht leiden kann, dann sind es Menschen, die den ganzen Tag nur jammern, wie Scheiße ihr Leben ist, aber mit Verlaub gesagt den Arsch nicht hochkriegen, um etwas daran zu ändern, weil Jammern ja die einfachere Variante ist. Sicher braucht man Ausdauer und Durchhaltevermögen, aber wie ich selber im Laufe der Zeit erfahren habe, lohnt es sich, für etwas, das man wirklich will, zu kämpfen. Dann schafft man es auch, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.

In diesem Sinne …

 

DON’T STOP BELIEVIN‘!

Advertisements

Veröffentlicht 05/05/2013 von Kiwi in Berlin, ich

Getaggt mit , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: