Archiv für Mai 2013

Erinnerungen   Leave a comment

Vor kurzem las ich auf Twitter ein Zitat, das mir doch sehr aus der Seele gesprochen hat. Nämlich:

If it wasn’t for sports, I wouldn’t have some of the best memories I have today!

Dem kann ich nur absolut zustimmen.  Meine Sportleidenschaft hat mir schon so viele geniale Momente beschert, die ich auf gar keinen Fall mehr in meinem Leben missen möchte. Ich habe über gemeinsame Interessen einige Leute kennen gelernt, von denen viele mir ebenfalls sehr ans Herz gewachsen sind. Ich war vor einigen Jahren noch zwar nur hier und da  mal unterwegs, aber seit 2005 tingele ich eigentlich ziemlich häufig – wenn es sich einrichten lässt – durch die Lande und schau irgendwas live an. Stadionbesuche sind da noch das „Harmloseste“, auch wenn ich, gerade mit Hertha BSC, schon so das eine oder andere Erlebnis hatte, das mich immer noch zum Schmunzeln bringt. Sei es die Auswärtsfahrt nach München, als ich in nem Bus voller Bayern-Fans unterwegs war und wir aufgrund eines 150 km langen Staus nur noch ne halbe Stunde vom Spiel hatten und nach dem Spiel ein Bayern-Fan wegen eines Schaltauschs fragte (ich hab den Schal immer noch; ja, es ist mir peinlich, aber ich will ihn auch nicht hergeben, da Erinnerungsstück an diese abgefahrene Fahrt), die ganzen Aktionen mit unserem Kapitän Peter Niemeyer (ich werde NIEMALS meinen Geburtstag letztes Jahr vergessen, als er mich drückte …), ein Fan, der mich in Dortmund auf dem Weg zum Stadion ansprach, ob ich ihm einen meiner Hertha-Schals verkaufen würde … usw. Irgendwas passiert ja immer.

Aber wer mich kennt, weiß, dass ich ja nicht nur zum Fußball fahre, sondern mir hier und da auch anderen Sport live anschaue, sofern es sich zeitlich und finanziell einrichten lässt. Ich weiß, dass einige Leute mich deswegen gerne für total verrückt erklären möchten, aber diese Ausflüge geben mir so unendlich viel!! Den Akku wieder aufladen, dem grauen, routinierten Alltag mal für eine Weile entfliehen und auf andere Gedanken kommen … ich brauch das einfach immer mal zwischendurch. Während einige lieber am Wochenende Party machen bis zur Vergasung, geh ich ins Stadion. Live-Sport statt Ballermann. Das soll keine Kritik sein, sondern einfach meine Einstellung. 😉

Hier in Berlin ist das Sportangebot ja recht vielfältig, da ja auch mit den Eisbären (nein, Danke!) und den Füchsen Berlin gleich zwei Vereine in der jeweils höchsten Spielklasse auf Punktejagd gehen, die für mich einen Bezug haben. Wenn „mein“ THW Kiel hier ist, geht’s in den Fuchsbau, und da ich jetzt auch schon 2x beim Eishockey vorbei geschaut habe (einmal, weil jemand eine Karte übrig hatte, das andere Mal beim diesjährigen Playoff Finale gegen die Kölner Haie, die ich schon seit früher Kindheit verfolge), habe ich auch so eine willkommene Abwechslung. Es macht einfach so viel mehr Spaß, die Spiele live zu verfolgen, da die Stimmung im TV bei weitem nicht so gut rüberkommt wie in der jeweiligen Halle. 🙂

Richtig gefetzt haben auch meine beiden Touren zum MotoGP-Rennwochenende auf dem Sachsenring 2011 und 2012. Dieses Jahr geht’s leider nicht hin, da ich mein Augenmerk auf die Schwimm-WM Ende Juli-Anfang August in Barcelona gelegt habe. Ich fahre zwar nur ein paar Tage hin, da die Tickets recht teuer sind und ich ja auch irgendwo nächtigen muss, aber besser ein paar Tage als gar nicht. Das wäre dann der 3. Trip nach Spanien, um dort Sport zu schauen. 2006 und 2007 war ich in Madrid zum Tennis, und es hat so sauviel Spaß gemacht! Vor allem, wenn die Spanier – und insbesondere natürlich Rafael Nadal – spielen. Da ist ne Stimmung, der Hammer!! („Quiet please!“ kommt zwar auch vor, aber es ist bei weitem keine Schnarch-Veranstaltung, wie man vielleicht denken könnte.) Zwar ist meine Tennis-Leidenschaft inzwischen wieder ziemlich abgekühlt, aber in diesen drei Jahren (2005-2008) hab ich einfach so lustige Dinge erlebt … diese Erinnerungen kann mir keiner mehr wegnehmen!!

Doch zurück zum Schwimmen. Eigentlich hab ich das ja meist nur während der Olympischen Spiele geschaut, aber irgendwie bin ich seit London da irgendwie hängen geblieben. Lecker Männer in Badehosen hat einfach was. 😉 Also schaute ich im Oktober letzten Jahres mal beim Kurzbahn-Weltcup hier in Berlin vorbei. Dass es immer noch Leute gibt, die auf Michael Phelps warteten, fand ich dann doch eher amüsant, wo sich doch rumgesprochen haben dürfte, dass er nach London die Badehose an den Nagel gehängt hat. (In letzter Zeit häufen sich zwar die Gerüchte, dass er vielleicht doch zurück kommt, aber man weiß es eben nicht …)

Von den Namen her, war das Feld damals zwar eher mau besetzt, aber lustig war es trotzdem. Na ja, und als dann ein Gerücht herumgeisterte, dass vielleicht RYAN LOCHTE antreten könnte (es hieß, er wolle in Moskau, was die Station vor Berlin war, an den Start gehen, aber das wurde dann doch dementiert), war ich natürlich nicht zu halten. Gut, wie gesagt, er war nicht da, aber dafür hatte ich das Vergnügen, Anthony Ervin beim Klamottenwechseln genau vor mir zuschauen zu können. AI PAPI.

Na ja, nun also ab nach Barcelona. Und ehrlich, ich freu mich jetzt schon wie n Keks. Ich hab mir die Tage, an denen ich bei der WM rumturnen werde, so ausgesucht, dass auch ne hohe Chance besteht, Ryan Lochte live und in Farbe ansabbern betrachten zu können. Denn auf den 200 m Lagen macht ihm kaum einer was vor. *hihi* Ich bin gespannt!! Tickets und Unterkunft hab ich, jetzt brauch ich nur noch die Flüge und es kann losgehen. 😀 Da ich ja zudem auch für gewöhnlich die Leute treffe, die ich treffen möchte/will, bin ich auch zuversichtlich, dem guten Ryan mal über den Weg zu laufen. *lol*

In diesem Sinne … BRING IT ON!!!

Fuß fassen   Leave a comment

Allmählich fasse ich hier in Berlin wirklich Fuß. Ich lebe ja nun seit fast zwei Jahren hier, und bisher war es nicht einfach, hier alleine zurecht zu kommen. Aber ich habe mich durchgebissen. Ich wollte den Neuanfang, ich brauchte ihn sogar. Nach meinem Zusammenbruch 2010 war ein kompletter Neustart einfach unabdingbar, denn hätte ich so weiter gemacht, wie vor meinem Klinikaufenthalt, hätte ich mir diesen auch getrost sparen können.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich diesen Zusammenbruch BRAUCHTE, um für das Abenteuer „Großstadt“ das nötige Rüstzeug mitnehmen zu können. Meistert man eine richtig üble Krise, schafft man den nächsten Schritt auch.

Zugegebenermaßen war ich vor einigen Monaten am Verzweifeln, da es jobmäßig einfach nicht laufen wollte. Meinen ersten richtigen Job hier in Berlin verlor ich bereits im März letzten Jahres. Es folgte der Bewerbungsmarathon, bei dem aber nicht wirklich viel herum kam. Ein Weg aus dem Schlamassel schien eine rein schulische Ausbildung zur Erzieherin zu sein, doch dieser Weg entpuppte sich als absolute Sackgasse. Also weitersuchen und sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn der Sachbearbeiter auf dem JobCenter bereits mal fragte, ob ich mir das zumindest theoretisch vorstellen könne, in eine andere Stadt zu ziehen. Ja, nee is klar …

Doch dann …

Ich bewarb mich auf eine Stelle als Online-Redakteurin für ein Unternehmen. Diese Stelle habe ich zwar nicht bekommen, aber als Alternative wurde mir eine mehrmonatige Fortbildung zur „Fachfrau für Online-PR und Marketing“ angeboten. Na, DAS passt ja wie Arsch auf Eimer! Internet-Affinität meinerseits sowie ein Hang zum Schreiben bringe ich ohnehin mit, und also nahm ich dieses Angebot dankbar an. Zumal auch die an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit der anschließenden Übernahme besteht. Na Halleluja!!!

Seit letztem Montag nun bin ich in dieser Fortbildung. Die erste Woche war bisher noch nicht viel los, gegenseitiges Vorstellen und ähnliche Dinge, aber ich muss sagen, dass mir die Zusammensetzung meiner Mitstreiter und Mitstreiterinnen sehr zusagt. Ein buntes Potpourri verschiedenster Charaktere mit den unterschiedlichsten Backgrounds, Interessen und Lebensgeschichten, aber irgendwie passen wir zusammen. Wir haben gleich mal festgelegt, dass wir keinerlei Mobbing oder Ausgrenzung wollen (so erging es mir ja bei der Erzieher-Sache … *narf*), sondern uns gegenseitig helfen, aufeinander Rücksicht nehmen und eben als richtiges „Team“ fungieren wollen.

Ich denke, von den ersten Eindrücken her, dass ich den Jackpot mit dieser Fortbildung gewonnen habe. Dass ich erstmal durch eine Menge negativer Dinge musste, um dann doch noch wirklich hier „angekommen“ zu sein, Fuß zu fassen, und die Nische zu finden, die mir – beruflich gesehen – zusagt. Es war nicht einfach, kein Bisschen, aber ich habe es geschafft. Weil ich einfach nicht aufgegeben habe, sondern immer weiter gemacht habe, auch wenn es stellenweise mehr als frustrierend war, dass nur Absagen kamen.

Wenn ich etwas nämlich absolut nicht leiden kann, dann sind es Menschen, die den ganzen Tag nur jammern, wie Scheiße ihr Leben ist, aber mit Verlaub gesagt den Arsch nicht hochkriegen, um etwas daran zu ändern, weil Jammern ja die einfachere Variante ist. Sicher braucht man Ausdauer und Durchhaltevermögen, aber wie ich selber im Laufe der Zeit erfahren habe, lohnt es sich, für etwas, das man wirklich will, zu kämpfen. Dann schafft man es auch, sein Leben auf die Reihe zu kriegen.

In diesem Sinne …

 

DON’T STOP BELIEVIN‘!

Veröffentlicht 05/05/2013 von Kiwi in Berlin, ich

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