Wenn Fiktion Realität wird   Leave a comment

Vor kurzem habe ich angefangen, Frank Schätzings „Der Schwarm“ zu lesen. Das Buch hatte mich schon länger interessiert, aber bisher hatte ich irgendwie nie die Gelegenheit, mich diesem Wälzer zu widmen. Das Szenario, das Schätzing heraufbeschwört, ist schon auf eine unheimliche Art faszinierend. Und es lässt den Leser nachdenklich werden (jedenfalls geht es mir so).

Einer der Momente, wo mir irgendwie seltsam zumute war: Schätzing schreibt über Tiefsee-Ölbohrungen vor der Küste Norwegens, welche Risiken dies mit sich bringt, insbesondere im Hinblick auf mögliche Havarien: wie schnell und wie gut kann man an die Unglücksstelle herankommen? Ich finde es schon erschreckend, wie nah diese Überlegungen an der Wirklichkeit liegen, wenn man sich das BP-Fiasko vor der Küste der USA im vergangenen Jahr vor Augen hält. Wie lange es dauerte, bis endlich die Ölquelle versiegelt war, wie viel Liter ins Meer sprudelten und eine gigantische Ölpest auslösten …

Den von Schätzing beschriebenen Feldzug der Natur gegen den Menschen kann man nun auch wieder auf Japan übertragen. Ein schweres Erdbeben mit anschließendem Tsunami verwüstete Teile des Landes, und nun steht auch noch eine Atomkatastrophe bevor. Eine  Kernschmelze in dem verunglückten Atomkraftwerk in Fukushima – der GAU steht bevor. Da ich ja ein echter 80er Jahrgang bin, erinnere ich mich natürlich noch mit Schrecken an den GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl, der bis zum heutigen Tage Folgen hat. Nun droht Japan also eine ähnliche Katastrophe – das Kühlsystem ist ausgefallen, verzweifelt bemühte man sich, den Reaktor mit Meerwasser zu kühlen. Gestern war ein Teil des Reaktor 1-Gebäudes nach einer Explosion zerstört worden. Wenn ich mir dieses Fiasko dort im fernen Japan anschaue, frage ich mich einmal mehr, warum unsere (tolle) Regierung einer Verlängerung der Laufzeiten unserer deutschen – und ziemlich veralteten – Atommeiler zugestimmt hat?

Zurück zu Schätzings Buch. Die Natur übt Rache daran, was die Menschheit ihr antut: Überfischung der Ozeane, Raubbau der Regenwälder, Verpesten der Luft überall, Chemikalien, die in Flüsse und Meere abgelassen werden … die Liste ließe sich beliebig fortführen. Ich bin gespannt, wie sich das von ihm beschriebene Szenario weiter gestaltet und was hinter dem aggressiven Verhalten der Meerestiere (denn darum geht es ja in erster Linie – der Angriff der Natur auf den Menschen kommt aus dem Meer) steckt.

 

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Veröffentlicht 13/03/2011 von Kiwi in ich, Literatur

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