Archiv für Oktober 2010

20 Jahre Leidenschaft   Leave a comment

Ich kann es manchmal selbst kaum glauben, aber in diesem Jahr sind es stolze 20 Jahre, dass ich der Hertha die Daumen drücke. Alles begann mit dem „kicker“, den mein Dad damals mit nach Hause brachte. Ich war damals schon fußballbegeistert, die Helden waren grün-weiß und aus Bremen, die Hertha gerade in die 1. Liga aufgestiegen. Ich blätterte also mit meiner kindlichen Begeisterung den „kicker“ durch und sah diese Mannschaft aus Berlin. Ich fand damals schon alles geil, was mit (West-)Berlin zu tun hatte, da man dort Verwandte hatte und daher dort immer mal hinfuhr. Jedenfalls sah ich diese Mannschaft, die so lustige Trikots hatte: vorne war ein Bär drauf und es stand groß und breit HERTHA BSC darauf. Ich beschloss in diesem Moment, der Hertha die Daumen zu drücken. Zwar stieg man gleich wieder ab, aber ich tat mein Bestes, um irgendwie immer am Ball zu bleiben, was diese Mannschaft anging.
1994 dann mein erstes Hertha-Spiel. 2. Liga, der Gegner hieß Stuttgarter Kickers, man könnte auch sagen Not gegen Elend, da beide in den hinteren Regionen der Tabelle herumkrebsten. Es schiffte, war arschkalt, das Spiel konnte wenig zur allgemeinen Erheiterung beitragen, und im Olympiastadion waren etwa 3000 (!) Zuschauer. Doch ich war begeistert – ich hatte „meine“ Hertha gesehen. Zwar gab es hier und da weitere Sympathie-Vereine, wie z.B. den SC Freiburg, Borussia Dortmund, Gladbach, aber die Hertha war -unterschwellig- immer da. Das Skurrile an dieser Geschichte war, dass ich kurze Zeit später erfuhr, dass ein Bekannter von mir ebenfalls Hertha-Fan war. Er stellte die Behauptung auf, der wahrscheinlich einzige Hertha-Fan in unserem Landkreis zu sein. Den Schal, den ich ihm damals schenkte, fährt er heute noch in seinem „Hertha-Mobil“ spazieren. 🙂

Man sollte nicht in der 2. Liga versauern, man stieg auf. Und ab da nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Mein zweites Hertha-Spiel war ein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, diesmal vor weit über 50.000 Leuten im „Oly“. Gladbach hatte damals so Leute wie Kamps, Effenberg und Co. an Bord, also hatte ich die auch gleich mal live und in Farbe betrachten können. Dieses Spiel war deutlich erquickender als das trostlose Ballgeschiebe gegen die Kickers und endete in einem 2-2 Unentschieden. Der Funke war nun ein für alle Male übergesprungen. Ich habe so einiges mit diesem Club erlebt, Aufstieg, CL, UEFA-Cup, Mittelmaß, die Beinahe-Meisterschaft und nun eben der Abstieg. Aber meine Leidenschaft ist und bleibt ungebrochen. Liebe kennt eben keine Liga!

So fahre ich auswärts kreuz und quer durch die Republik, ab und an ist auch mal ein Heimspiel drin. Und es macht einfach Spaß, mit den anderen Fans in der Ostkurve oder im Gästeblock zu stehen und die Mannschaft nach vorne zu brüllen, sie anzufeuern, alles zu geben. Ich habe mir zwar in der letzten Saison mehr als einmal gesagt „Ich fahr nie wieder zur Hertha!“ Aber dann war ich doch wieder unterwegs in Deutschland, in blau-weiß gekleidet und bereit, diese Mannschaft anzufeuern.

Ist man erstmal mit dem Hertha-Virus infiziert, kommt man davon nicht mehr los. Egal, wie gut oder schlecht die Mannschaft spielt und wo sie am Ende in der Tabelle landet. Hertha ist für mich mehr als nur ein Verein, sie ist ein großer Teil meines Lebens, und nichts und niemand wird mich mehr von ihr wegbringen. Treue bis in den Tod.

In diesem Sinne – HA HO HE HERTHA BSC!

Veröffentlicht 10/10/2010 von Kiwi in Fußball, Hertha BSC

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