Aus der Traum …   Leave a comment

Gezittert.
Gehofft.
Gebangt.
Geflucht.
Die Daumen gedrückt.
Alles vergeblich.

Als Andres Iniesta in der 116. Minute diesen einen Fehler in der holländischen Hintermannschaft ausnutzt und zum 1-0 ins Tor trifft, ist das mehr als nur ein Tor. Es ist ein Treffer mitten ins Herz. Wenn ich beschreiben soll, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe, so war es eine Mischung aus „OH NEIN!“ und tiefer Traurigkeit. Ich denke mal, Maria wird dieses Gefühl auch kennen, wenn die Mannschaft, der man die Daumen drückt, ausscheidet oder verliert.

Wieder „nur“ Vize-Weltmeister, zum dritten Mal nach 1974 und 1978. SO nah dran gewesen … als ich Wesley Sneijder im TV sehe und ihm die Tränen in den Augen stehen, ist auch mir nur noch zum Heulen zumute. Ich schaffe es zwar, die Tränen zurück zu halten, aber doch sitze ich minutenlang am Tisch, den Kopf in den Händen vergraben. Diese Niederlage tut weh. Sie war nicht unverdient, Spanien ist einfach bärenstark im Moment, aber sie tut weh. Ich verliere wohl lieber klar und deutlich, als kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer hinnehmen zu müssen.

Das Spiel selber ähnelte vor allem in der 1. Halbzeit eher einer Kampfsport-Veranstaltung und Nigel de Jong hätte für seinen Kungfu-Tritt gegen Xabi Alonso mal locker vom Platz gemusst, später erwischt es dann John Heitinga. Schön anzusehen war es definitiv nicht, es lebte einzig und allein von der Spannung und den Zweikämpfen, die teilweise doch sehr hart und ruppig waren. Was die Deutschen zu brav machten, war bei den Oranjes fast schon zu viel.

Na ja, und dann eben diese unglückselige 116. Minute …

Und heute?

Ja, sicher hätte ich mich mehr darüber gefreut, hier „DA IST ER! DA IST DAS DING!“ schreiben zu können, zu jubeln, zu feiern. Aber da ist noch was da. STOLZ. Stolz darauf, überhaupt bis ins Finale gekommen zu sein. Soll ja Mannschaften geben, die es nicht mal über die Gruppenphase hinaus geschafft haben, gell Frankreich und Italien?? Und ich bin stolz darauf, endlich mal wieder eine EINHEIT gesehen zu haben. Wie oft war das in der Vergangenheit doch der Fall, dass da elf Einzelkämpfer und Egoisten auf dem Platz standen, Streitereien in der Mannschaft, was alles dazu führte, dass man früh rausflog oder gar nicht erst teilnehmen durfte (WM 2002). Bert van Marwijk hat da was auf die Beine gestellt, er hat es irgendwie geschafft, die Jungs hinzukriegen. Danke, Elftal, für eine geile WM, für den Traum, den 1. Stern auf der Brust über dem KNVB-Wappen tragen zu dürfen. Danke Bert van Marwijk. Und ein ganz großes DANKE an Giovanni van Bronckhorst, dessen Karriere gestern endete.

Hup Holland.

Egal, was kommt.

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Veröffentlicht 12/07/2010 von Kiwi in Fußball

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